Kleine Universitätsgeschichte

 

                         Greifswald

 

 

 

                                                                von

 

 

                  

 

                                       Hannelore Kuna

 

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

 

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über dnb.d-nb.de abrufbar.



Kleine Universitätsgeschichte Greifswald

 

                   von Hannelore Kuna

             

 ISBN: 978-3-942916-77-6

 

© 2011 Haff Verlag

Haff-Verlag, Dr. Edwin Kuna, Grambin

 

 

 

Inhalt:

1. Gründung der Alma mater gryphis waldensis


2. Wirtschaftliche Ausstattung – der größte Landbesitzer unter den deutschen Hochschulen S. 9

3. Das Hauptgebäude - Vom Kollegium Ernestinum zum Kollegium Fridericianum 

4. Bibliothek

5. Akademische Kunstschätze

6. Croy-Fest und Croy-Teppich 

7. Wissenschaftliche Sammlungen

8. Der botanische Garten

9. Ein Karzer für fidele Zeiten

10. Frauenstudium 

11. Rubenow-Denkmal

12. Universität Greifswald im Wandel der Zeiten 

13. Von den Professoren

14. Seine Magnifizenz der Rektor

15. Archivalien.

16. Ausgewählte Literatur

 

  

 

 Leseprobe

1. Gründung der Alma mater Gryphis waldensis

 

 Die Gründung der Universität Greifswald war das wichtigste kulturelle Ereignis im 15. Jahrhundert in Pommern. Die heute altehrwürdige Alma mater sicherte sich bald einen ehrenvollen Platz in der deutschen Universitätslandschaft, den sie sich doch im Laufe ihrer über 555-jährigen Geschichte immer wieder erringen musste. Die Greifswalder Universitätsgründung war nach Prag 1348, Wien 1365, Heidelberg 1385, Köln 1388, Erfurt 1392, Würzburg 1402, Leipzig 1409 und Rostock 1419 zugleich die neunte Gründung einer deutschen Hohen Schule, wie seinerzeit geschrieben wurde. Durch die päpstliche Erteilung eines studium generale bekam sie die Möglichkeit über die Grenzen einer Landesuniversität hinaus sich zu entfalten, dabei stand sie ohne jedwede Einschränkung auf die Nationalität allen Mitgliedern der Christenheit offen.

 Bedeutende Persönlichkeiten und historische Ereignisse bewirkten dabei zunächst ihre Entstehung als akademische Hochschule in Pommern. Vermutlich erzielte auch eine vorangegangene fünfsemestrige Universitätsgeschichte der Stadt Greifswald eine nicht unwesentliche Wirkung. Denn von 1437-1439 mussten Rostocker Universitätsprofessoren unter dem Druck des Baseler Konzils und Papst Eugens IV. die geächtete und gebannte Stadt Rostock verlassen, so begannen sie auf eine vorübergehende Zeit in Greifswald zu lehren.

 Wohl wichtigster Förderer der akademischen Gründung war der pommersche Landesfürst westlich der Swine. Herzog Wartislaw IX. von Pommern-Wolgast beantragte am 31. Juli 1455 mit einer Bittschrift in Rom die Gründung einer pommerschen Landesuniversität für Greifswald. Nur der Papst war nach geltendem Recht befugt eine Universität ins Leben zu rufen. Papst Calixtus III. ordnete daraufhin ein Prüfungsverfahren an, er beauftragte den Bischof von Brandenburg damit ein neutrales Gutachten zu erstellen. Zu dieser Entscheidung bewogen ihn insbesondere lautstarke Einwendungen der Herzöge von Mecklenburg und der Stadt Rostock, die sich gegen eine zweite und sehr nahe Universität an der Ostsee wehrten.

 Nach einem wohlwollendem Gutachten des Bischofs von Brandenburg, stellte der Papst am 29. Mai 1456 den Stiftungsbrief für die Universität Greifswald aus, den der Bischof von Kammin, Henning Iven, am 21. September öffentlich verkündete. Mit der päpstlichen Bulle erhielt Greifswald das Privilegium zum studium generale, die Einrichtung aller vier Fakultäten wurde von Anfang an gestattet und die Lehrkräfte erhielten die Zusicherung an allen Universitäten, ohne neue Prüfung, unterrichten zu dürfen. Zum ersten Kanzler wurde der Kamminer Bischof bestellt, Bürgermeister Heinrich Rubenow wurde Vizekanzler sowie erster Rektor und Herzog Wartislaw für die Dauer seines Lebens Vizedominus.

 Bürgermeister, Ratsherren und die gesamte Bürgerschaft von Greifswald erklärten sich bereit, die notwendige Fürsorge für Unterbringung und materiellen Unterhalt der Universität zu tragen und deren zukünftige Angehörige achtungsvoll zu behandeln.

 Am 17. Oktober 1456 eröffnete Bischof Henning Iven in Begleitung hoher geistlicher Würdenträger und in Anwesenheit von Herzog Wartislaw IX. die Universität mit einem gottesdienstlichen Festakt in St. Nikolai. Die Festpredigt hielt der Franziskaner Werner Vermann, mit einer Fürbitte auf die Stadt Greifswald und den Landesfürsten von Pommern-Wolgast. Der wiederum übergab Heinrich Rubenow als Vizekanzler und erstem Rektor zwei silberne Zepter als Zeichen seiner zukünftigen Amtsgewalt. Rektor Heinrich Rubenow nahm auf den Aufbau des Lehrbetriebes, bis zu seiner Ermordung 1463, großen Einfluss. Als ständiger Vertreter des Bischofs besaß Rubenow entscheidenden Einfluss auf Doktor- und Magisterpromotionen und als Vertreter des Herzogs entwickelte Rubenow eine eigene Personalpolitik, denn ihm stand das Recht zu, Lehrkräfte zu bestallen oder zu entlassen. Rubenow zählte zu den herausragenden Universitätslehrern jener Anfangsphase.

 Die Universität eröffnete den akademischen Lehrbetrieb im Wintersemester 1456/57 mit 120 Studenten. Vom Eröffnungssemester 1456 bis zum Wintersemester 1462/63 kamen junge Leute, wie sollte es auch anders sein, überwiegend aus Pommern-Wolgast. Von etwa 210 eingeschriebenen Pommern jener ersten 13 Semester waren 120 Scholaren links der Swine zu Hause, während 40 aus den Herzogtümern Pommern-Stettin und Stolp, einschließlich Bistum Kammin, stammten. Die anderen etwa 200 Studenten kamen aus dem Ausland: Mecklenburg, Brandenburg, Holstein, Dänemark, Schweden, Baltikum, Polen, Lausitz oder Schlesien.

 

 

 

2. Wirtschaftliche Ausstattung – der

    größte Landbesitzer unter den

       deutschen Hochschulen

 

Von den Anfängen bis in die heutige Zeit hinein war die Finanzausstattung eine existenzielle Angelegenheit für die Universität. War die Gründung der Alma mater durch mächtige Männer über die Landesgrenzen hinaus zustande gekommen - zum Wohle des pommerschen Herzogtums und natürlich als Lebenswerk Einzelner, so war allen klar, ohne finanzielle Ausstattung wird das Werk nicht gelingen. Die Liste der Förderer und Vertreter der Universität ist im Laufe ihrer Geschichte lang geworden. Heinrich Rubenow, der erste Rektor, unterstützte die Universität z. B. aus seinem eige-nen Privatvermögen (Stralsunder Orbede). Er forderte Unterstützung von den Klöstern Eldena, Neuenkamp, Pudagla und Stolpe in Form von Naturalprodukten oder Geldmitteln.

 Auch der fürstliche Landesherr unterstützte die Universität mit etlichen Steuerhebungen aus seinen Dörfern. Er wies zu ihrem Gedeihen Bede und Hundekorn aus den Dörfern Wampen, Hennekenhagen und Kyz sowie Leest zu und schenkte ihr die Kirchenpatronate von Demmin, Görmin und Grimmen. Wichtig war die Umgestaltung von St. Nikolai in Greifswald zur Kollegiatkirche um 1455, dessen Kanoniker waren durch wohlwollende Stiftungen reich mit Geldmitteln und Landbesitz ausgestattet und neben ihren gottesdienstlichen Verpflichtungen für St. Nikolai wirkten sie dann als Lehrer beim Studium generale.

 Auch die Stadt Greifswald war von Anfang mit der Universität verbunden, der Rat stellte Gebäude für die Hohe Schule zur Verfügung, spendete jährlich 1000 Mark aus der Stadtkasse und übergab sein Patronat über die Kirchen zu Gristow und Reinberg sowie der Heiligengeistkirche am Steinbecker Tor. Große Hoffnungen waren mit dem ansehnlichen Gedeihen der Universität verbunden.

 Eine weitere bedeutende Ausstattung veranlasste Herzog Philipp I. (1515-1560) im Jahr 1558. Er ließ der Universität jährlich 1000 Gulden aus dem säkularisierten Kloster Neuenkamp und „4 Last oder 32 Drömt Korn und eine halbe Tonne Butter für die Ökonomie aus Eldena“ zugute kommen, was man des „Hertogen Philipps Donation“ nannte. Außerdem begünstigte Herzog Philipp die Wissenschaft mit Abtretung jährlicher domanialer Einkommen aus Kirchen von Rügen für 200 Gulden (= Rügenscher Kanon aus Altenkirchen, Garz, Gingst, Kasnewitz, Patzig, Poseritz und Wiek), was seine Söhne Ernst Ludwig und Philipp Julius 1563 um 300 Gulden weiter aufstockten.

 Die größte materielle Ausstattung erhielt die Universität durch den letzten Pommernherzog Bogislaw XIV. (1580-1637), zum Ausgleich für erlittene finanzielle Ausfälle und materiellen Schäden im Dreißigjährigen Krieg. Die Ausstattung bestand aus zwei Schenkungen zu 2 Terminen. Zunächst wurde 1626 das Gut Grubenhagen mit den Dörfern Pansow, Weidenhagen und Subzow sowie der Schulzenhof Weidenhagen übergeben. 1634 erhielt die Universität im Grunde das gesamte Klosteramt Eldena (24 Dörfer mit 14000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche) zum Nutzen übertragen, Bogislaw behielt nur noch wenige Privilegien in diesen Orten für sich vor. Der neue Grundbesitz bekam den Namen akademisches Amt Eldena. Der letzte Pommernherzog äußerte in der Schenkungsurkunde den Wunsch, dass nach seinem Ableben jede nachfolgende Regierung die Dotation aufrecht erhalten möge. Sowohl die Schweden (von 1648-1820) als auch die Preußen (1820-1945) taten dies.

 Allerdings musste zunächst mit der herzoglichen Schenkung von 1634 auch der erhebliche Schuldenberg des Klosteramts mit übernommen werden, doch die Hoffnung war nicht unbegründet, dass bei guter Wirtschaftsführung der Güterbesitz für kommende Generationen entsprechenden Gewinn abwerfen würde. Doch durch die unruhigen Zeiten war das Risiko groß, dass aus Gläubigern erst einmal Schuldner werden konnten.

 Und eben das trat ein. Die Kriegszeiten des 17. Jahrhunderts verhinderten den wirtschaftlichen Aufschwung des Amtes Eldena, 1646 lag das Amt im Rückstand mit 46.000 Gulden. Königin Christina (1626-1689) und Karl XII. (1682-1718) unterstützten die pommersche Landesuniversität zusätzlich aus Staatsmitteln, damit die Professoren überhaupt noch Gehälter bekamen und ihre Familien ernähren konnten. Von angemessener Vergütung konnte keine Rede sein, wenn man die 13 Greifswalder Professorengehälter mit Besoldungen an anderen deutschen Universitäten verglich. 1702 erhielt ein Professor im schwedisch-pommerschen Greifswald 200 Reichstaler Jahresgehalt, dagegen im preußischen Halle und Frankfurt a. O. oder an der Universität Uphal im Mutterland Schweden durchschnittlich 500 Reichstaler. Außer den Professorengehältern waren die Besoldung des Rektors, Struktuarius (Ökonom) oder Sekretarius zu bewerkstelligen. Weiterhin mussten der akademische Drucker, der Buchbinder und Torfstecher bezahlt werden und Zuschüsse erhielten der Ratsdiener für Einziehung städtischer Pacht zugunsten der Universität, der Torwärter am Mühlentor, Nachtwächter, Gassenreiniger, Scharfrichter, oder der Schornsteinfeger usw. Hinzu kamen weitere Ausgaben für Baukosten wegen Reparaturen oder Neubauten an Universitätsgebäuden. Die Liste der jährlichen Ausgaben war schier unendlich lang, denn die Universität war ein großer Arbeitgeber.   

 Erstmals waren die Eldenaer Güter wohl zur Visitation 1702 entschuldet, aber mit dem auf Vorpommern übergreifenden Nordischen Krieg Anfang 18. Jahrhundert, gab es wieder herbe wirtschaftliche Rückschläge. Nachhaltig entspannte sich die wirtschaftliche Situation ab Mitte des 18. Jahrhunderts.     

 Bis etwa 1870 konnte sich die Universität aus dem umfangreichen Landbesitz sowie von Legaten, Stiftungen oder Gebühren finanzieren. Danach musste sie staatliche Zuschüsse für ihren Unterhalt einfordern, nicht zuletzt um der modernen akademischen Entwicklung in Deut-schland standzuhalten. Greifswalds Universität blieb bis 1945 die größte Grundbesitzerin unter allen deutschen Universitäten.

 

 

3. Das Hauptgebäude - Vom Kollegium Ernestinum zum Kollegium

                 Fridericianum

 

 Die Universität verfügte anfangs über keinen zentralen Unterrichts- oder Verwaltungsbau. Das Universitätsleben spielte sich im westlichen Teil der Neustadt ab, von Stadtbürgern wurden Häuser abgekauft oder man übernahm beispielsweise vom ehemaligen Dominikanerkloster überlassene Räume, so dass Vorlesungen und Disputationen abgehalten werden konnten und erste Wohnunterkünfte für Studenten geschaffen wur-den. Erst am Ende der Regierungszeit von Herzog Ernst Ludwig (1545-1592) von Pommern-Wolgast plante man einen zentralen Universitätsbau.

 Am 18. Mai 1591 wurden alte Gebäude abgerissen, um am 22. Juni mit dem Neubau zu beginnen, der am 7. August 1597 eröffnet wurde. Allerdings dauerte es dann noch über 20 Jahre bis zum völligen Abschluss. Der Architekt ist unbekannt geblieben, doch es ist überliefert, dass der Herzog selbst die Bauzeichnung zu dem Kollegiengebäude anfertigte. Dieser Bau erhielt dann auch seinen Namen.

 Der sogenannte Ernst-Ludwig-Bau war eine lang gestreckte dreigeschossige Anlage mit der Hauptachse in Ost-West-Richtung. Am südöstlichen Ende des Putzbaus sprang ein schmaler Vorbau heraus, dem sich nach Westen hin ein Treppenturm auf quadratischem Grundriss anschloss. Das Kollegiengebäude nahm Hörsäle, Bibliotheksraum, Konzilsaal und Professorenwohnungen auf. Kunsthistorisch zählte der Universitätsbau von 1591 zu den wenigen besonderen Großbauten der küstenländischen Renaissance.

 Nach fast 160 Jahren reichte das erste Hauptgebäude für die akademischen Bedürfnisse nicht mehr aus und war teilweise baufällig geworden. Der Neubau wurde dem Baumeister und Wissenschaftler Andreas Mayer (1716-1782) übertragen. Er war gebürtiger Nürnberger, hatte in Wittenberg Mathematik und Physik sowie in Berlin Astronomie studiert, dann kam er nach Greifswald und verstand es hervorragend Wissenschaft und Praxis miteinander zu verbinden, indem er hier auch ein anerkannter Baumeister wurde.

 Den Bauplan für einen dreigeschossigen Universitätsbau mit Mansarddach fertigte Andreas Mayer selbst an. Am 7. Mai 1747 wurde mit dem Abbruch des alten Mittelteils durch verpflichtete Amtsuntertanen und zusätzlichen Tagelöhnern begonnen und darauf am 3. August die Grundsteinlegung vollzogen. Am 11. September 1747 konnten Rektor und Konzilium schon entgegennehmen, dass die erste Etage fertig sei. Maurermeister Gaepeln verarbeitete insgesamt 304278 Mauersteine. Das notwendige Baumaterial wurde aus den besten Ziegeleien Vorpommerns bezogen und musste per Kahn oder Prahm mitunter von weit her herangeschafft werden. Beispielsweise lieferte 40500 Mauer-, 9800 Gesims- und 14000 Dachsteine die Kronziegelei Bellin bei Uecker-münde, 8500 Mauer- und 9500 Dachsteine fertigte die Ziegelei Klüne auf Usedom und weitere 68500 sowie noch mal 15000 Mauersteine produzierten die Ziegeleien von Sekeritz und Nehringen. Tonnenweise benötigte man Kalk zum Innen- und Außenputz, der aus Quitzin bei Anklam oder von der schwedischen Insel Gotland kam sowie 20 Schiffsladungen mit Gips für die Decken- und Stuckateurarbeiten wurden verarbeitet.        

 Nach nicht ganz drei Jahren Bauzeit erfolgte am 28. April 1750 pünktlich zum Geburtstag des schwedischen Landesherrn, König Friedrich (1676-1751), die feierliche Einweihung.

 Das neue Kollegiengebäude war ein Prunkstück der Universität geworden. Andreas Mayer hatte den Grundriss des Vorgängerbaus neu aufgeteilt und gemäß den ästhetischen Prinzipien des Barocks mit strenger Mittelachse, an die sich beiderseits alle Räume reihen, gegliedert. Das mittlere Bauteil wird über alle 3 Etagen durch Großräume beherrscht: im Erdgeschoss das Auditorium maximum und darüber der eindrucksvolle Bibliothekssaal über 2 Etagen. Den Flügelenden waren Professorenwohnungen und dem östlichen Gebäudeende das Archiv mit Kreuzgratgewölbe vorbehalten.

 Die ehemalige Hauptfront war die Südseite zum Hof und sie ist durch einen dreiachsigen Risalit mit reichem Wandschmuck mittebetont. Die vorspringenden zwei Treppenhäuser sind eine Veränderung der Jahre 1866/68. Die Nordseite (heutige Hauptfront) wurde ähnlich, aber flächiger und schlichter gestaltet und wurde 1831/32 klassizistisch verändert. Im Giebelfeld sichtbar sind zwei wilde Männer, die das preußische Wappen stützen, dass 1815 anstelle des ursprünglichen dort angebrachten schwedischen Wappens eingefügt wurde.

 Zu den wesentlichen Veränderungen im Innern des Gebäudes zählen die Umgestaltung des Bibliothekssaals zur heutigen Aula um 1882 und die Einrichtung von Verwaltungsräumen in neuerer Zeit. In der Aula tragen 24 marmorierte Holzsäulen eine Galerie, weiterhin bilden an den Wänden Professorenbildnisse aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie ein Gedenkstein mit Relieffigur für Herzog Ernst Ludwig würdige Rahmung für den Festsaal.

 Prof. Mayer bekam für den prächtigen Bau viel Lob, aber mehr noch Tadel, man warf ihm eine Überteuerung der Kosten vor durch eigenmächtige Umgestaltung des ursprünglichen Plans, wobei Rektor und Kommission nicht gefragt wurden. Alles schien zu prächtig eingerichtet und zu großzügig: Sämtlicher Zierrat, Vergoldungen, Malereien, auch Bild- und Steinhauerarbeiten fanden nicht den Beifall. Tatsächlich aber wurde dieses Universitätsgebäude eine bemerkenswerte Baumeisterleistung mit nachhaltiger Wirkung, auch über die Landesgrenzen hinaus. Inzwischen ist es ein kunsthistorischer Anziehungspunkt der Stadt Greifswald und immer noch und vor allem Mittelpunkt des Wissenschaftsbetriebs der Alma mater.